Bereits am 18.01.2006 wurde unsere CD "Stranger at the Gate" im Deutschlandradio Kultur in der Sendung "Radiofeulleton" besprochen:
Irische Musik aus Deutschland - die Band Dán interpretiert irische Volksmusik und das nicht schlecht.
"Fine irish music" - so lautet das Motto der deutschen Band Dán. Und tatsächlich: Irische Musik interpretieren sie authentisch und charmant. Und wer ihre Herkunft nicht kennt, glaubt wirklich, eine Formation von der grünen Insel zu hören.
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Fiddle, Akkordeon und Gitarren - drei Instrumente genügen ihnen für einen makellosen irischen Folk-Sound. Auf ihrem neuen Album "Stranger at the gate" versammeln sie 12 irische Traditionals und Eigenkompositionen, die teilweise auch von dem Gitarristen Jörgen W. Lang komponiert wurden.Ziemlich mutig, für einen deutsche Musiker, im Stile einer anderen Volkskultur Musik zu schreiben - und das, ohne unecht zu klingen.
Bemerkenswert am Sound von Dán ist das Akkordeon, das eher selten in der irischen Volksmusik erklingt. Angereichert um diese Farbe, klingt die Musik der Band dann streckenweise nicht mehr ganz klassisch irisch. Aber das ist gut so. Der melancholische Ton des Akkordeons wirkt natürlich besonders in den wehmütigen Songs. Und insgesamt bringt eine solche Farbe auch viel mehr weltmusikalische Assoziationen mit: Man denkt an Frankreich oder das Mittelmeer.
Warum soll irische Musik nicht auch mal so klingen.
Die Fachzeitung Folker! schrieb im Heft 03/2006 unter der Überschrift "Die Besondere - Deutschland":
Ein Photo einer steinernen Buddhafigur auf einem Torpfosten ziert das orange, an buddhistische Mönchsroben erinnernde Cover - aber nein, es handelt sich nicht um eine CD mit buddhistischer Musik, worauf auch die keltische Ornamentik links oben hinweist, sondern um keltische Musik aus Irland und Schottland nebst einigen kontinentaleuropäischen Melodien und einer aus Québec.
Die Musiker sind ein Oldenburger, der in Hamburg wohnt, ein Augsburger, der im Westerwald wohnt, und eine Münsterländerin, die auch irgendwo wohnt, Joergen W. Lang (Gitarre, Low Whistle und Hauptsänger), Johannes Mayr (Akkordeon, Kontrabass und Gesang) und Franziska Urton (Fiddle und Gesang).
Acht Tunes bzw. Tunesets (Jigs, Reels, Polkas, Lamentations u. a.) und vier Lieder („When I First Came To Caledonia“, „The Snows They Melt The Soonest“, „Hares On The Mountain“ und „Sandy Bell‘s Broadstreet“) enthält diese von Anfang bis Ende sehr spannungsreiche Scheibe, zumeist Traditionals oder aus den Federn irischer Musiker wie z. B. Jerry O‘Connor, Mick Kensella oder Cathal McConnell, wobei das der CD den Titel gebende „The Stranger“ vom amerikanischen Sackpfeifer Benedict Koehler stammt. Aber auch Joergen Lang hat zwei Eigenkompositionen beigesteuert: „Nem Üzemel“ (ungarisch für „Nicht benutzen“) - an dem ich mich gar nicht satt hören kann und unverkennbar aus seiner und Mayrs gemeinsamen Hölderlin-Express-Zeit -, sowie „Lament For Kim“, beide mit biographischem Hintergrund.
Alle Stücke sind ganz neu arrangiert, sodass man auch die einem bekannten so gespielt doch noch nie gehört hat. Man lausche nur, wie Akkordeon und Geige sich in erster und zweiter Stimme abwechseln, immer angetrieben von der auf DADGAD gestimmten Gitarre, und so aus normalen Polkas konzertante und doch tanzbare Meisterwerke machen!
Wunderbar finde ich auch die Kombination der Melodie des deutschen Volksliedes „Wie schön blüht uns der Maien“ mit dem irischen Lied „Hares On The Mountain“, wobei diese Zusammenstellung zwei Liebende, die zueinander finden, symbolisiert.
Alle diese und viel mehr Infos findet man in dem Büchlein mit sechs schlicht, aber sehr ansprechend gestalteten Innenseiten. So nach dem vierten oder fünften Durchhören mag man da hineinschauen, aber besser ist, man schließt die Augen und hört einfach zu, und das werde ich noch oft tun.
Michael Schmiedel
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